In Berlin wächst nicht nur die Zahl der Urban-Farmer – auch der traditionelle Weinbau erlebt eine Renaissance mitten in der Metropole. Auf kleineren Rebflächen in Lichtenberg, Pankow und Charlottenburg ziehen engagierte Winzer Trauben heran, die mittlerweile sogar auf regionalen Weinfesten für Aufsehen sorgen. Überraschenderweise stellt die anhaltende Trockenheit kein großes Problem dar – im Gegenteil: Sie gilt vielen als Vorteil.
„Für unsere Böden ist Trockenheit oft besser als zu viel Niederschlag“, erklärt ein Berliner Winzer gegenüber dem Tagesspiegel. „Bei Dauerregen drohen Pilzbefall und Wurzelfäule – das schadet der Qualität deutlich mehr als Hitzephasen.“ Dank sandiger, gut durchlässiger Böden können die Reben auch längere trockene Perioden überstehen. Der Klimawandel verändert zwar die Anbaubedingungen, doch viele Winzer passen ihre Sortenwahl bereits an widerstandsfähigere Varianten an.
Der städtische Weinbau bleibt dabei eine Nischenkultur mit hohem Symbolwert. Er steht für urbane Nachhaltigkeit und regionale Identität. Initiativen wie „Wein am Fluss“ oder „Reben für Berlin“ fördern die Vernetzung zwischen Gastronomie, Umweltverbänden und Privatgärtnern. Obwohl die Erträge gering sind, steigt das Interesse – nicht zuletzt bei jüngeren Berlinerinnen und Berlinern, die lokale Produkte schätzen.
Quellen: Der Tagesspiegel