Wittenberg lehnt Berufsfeuerwehr ab: Landkreis blockt Stadtratsbeschluss

Ein umstrittener Schritt im Sicherheitsbereich sorgt in der Lutherstadt Wittenberg für Diskussionen: Der Stadtrat hatte Anfang Juli beschlossen, eine Berufsfeuerwehr einzurichten, um die Brand- und Katastrophenschutzzuständigkeit zu verbessern. Doch dieser Beschluss ist nun Makulatur – der Landkreis Wittenberg hat dagegen sein Veto eingelegt und den Plan gestoppt.

Die Begründung aus dem Kreishaus: Die Schaffung einer Berufsfeuerwehr sei nicht notwendig, da die bestehende Freiwillige Feuerwehr ausreichend leistungsfähig sei. Zudem würden hohe Kosten auf den Kreis zukommen, die im aktuellen Haushalt nicht abgesichert seien. Kritiker werfen dem Landkreis jedoch vor, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger zu vernachlässigen. Besonders in einer Stadt mit hohem touristischem und historischem Wert wie Wittenberg sei eine professionelle, rund um die Uhr verfügbare Feuerwehr dringend nötig.

Die Entscheidung löst Empörung in der Stadt aus. Politiker aus verschiedenen Lagern sprechen von einem Rückschritt für die kommunale Sicherheitsarchitektur. Die Debatte zeigt erneut die Spannungen zwischen kommunalen Eigeninitiativen und der Zuständigkeit auf Kreisebene – besonders in strukturschwachen Regionen, in denen Ressourcen knapp sind und Freiwillige immer schwerer zu gewinnen sind.

Quellen: MDR – Nachrichten