In Wiesbaden setzt Zaira Lara ein Zeichen menschlicher Nähe: In der örtlichen Teestube bietet sie wohnungslosen Menschen kostenlose Maniküren an. Die 32-Jährige kennt die Straße aus eigener Erfahrung – zwei Jahre lang lebte sie selbst obdachlos. Heute nutzt sie ihre Geschichte, um anderen ein Stück Würde zurückzugeben.
„Es geht nicht nur um lackierte Nägel“, sagt Lara. „Es geht darum, dass jemand Zeit für dich hat, dass du gesehen wirst.“ In einer Welt, in der wohnungslose Menschen oft ignoriert werden, schafft sie einen Raum der Anerkennung. Die Maniküre dauert 20 bis 30 Minuten – eine halbe Stunde, in der jemand ungeteilte Aufmerksamkeit erfährt.
Die Aktion findet regelmäßig im Rahmen des sozialen Angebots der Wiesbadener Teestube statt, die bereits mit warmen Mahlzeiten und Beratung Unterstützung leistet. Lara sieht ihre Arbeit als Ergänzung: „Körperpflege ist Teil der Selbstachtung. Wenn du dich besser fühlst, verhältst du dich auch anders.“
Die Resonanz ist groß. Viele der Besucher:innen kommen regelmäßig – nicht nur wegen des Nagellacks, sondern wegen des Gesprächs, des Lächelns, der menschlichen Berührung. Lara hofft, dass ihr Ansatz Schule macht und andere Städte in Hessen ähnliche Initiativen starten.
Quellen: FAZ Online