Belgrader Gericht bestätigt Freispruch des bosnisch-serbischen Kommandeurs für Srebrenica

Das Berufungsgericht in Belgrad hat am 17. Juni 2026 das Urteil bestätigt, das Milenko Zivanovic, dem ehemaligen Kommandeur des Drina-Korps der bosnisch-serbischen Armee, freispricht. Zivanovic war angeklagt worden, Kriegsverbrechen gegen Zivilisten in der Srebrenica-Region während des Bosnienkriegs zwischen 1992 und 1995 begangen zu haben. Das Urteil hat in der serbischen Öffentlichkeit gemischte Reaktionen ausgelöst.

Die Entscheidung des Gerichts wirft Fragen zur Gerechtigkeit und zur Erinnerungskultur im Zusammenhang mit den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien auf. Kritiker der Entscheidung argumentieren, dass die Aufrechterhaltung des Freispruchs eine Verzerrung der historischen Fakten darstellt und das Leid der Opfer nicht ausreichend anerkennt. Befürworter hingegen sehen in der Entscheidung einen Schritt hin zur Rechtssicherheit und betonen die Unschuldsvermutung.

Die juristische Bewertung von Kriegsverbrechen bleibt ein strittiges Thema in Serbien und in der gesamten Region, wobei viele die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte betonen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die öffentliche Meinung und die politischen Reaktionen auf diese Entscheidung entwickeln werden.

Quellen: Balkan Insight