Die Debatte um die neue Serie „Etty“, die sich mit den Tagebüchern der jüdischen Autorin Elly Hillesum beschäftigt, hat in den Niederlanden hohe Wellen geschlagen. Der israelische Regisseur hat entschieden, die Geschichte in der Gegenwart in Amsterdam spielen zu lassen, was zu heftigen Diskussionen über die Darstellung der Schoa und die Verantwortung der Gegenwart geführt hat.
Kritiker befürchten, dass die Serie die historische Realität der Schoa verwässert und die Erinnerung an die Opfer gefährdet. Diese Bedenken sind besonders in einem Land ausgeprägt, in dem die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verfolgung und die Erinnerungskultur von großer Bedeutung sind.
Die Auseinandersetzung über „Etty“ spiegelt nicht nur die Sensibilität gegenüber Fragen der Geschichtlichkeit wider, sondern auch die Herausforderungen, die sich aus modernen Erzählformen ergeben. In einer Zeit, in der viele Medienformate um Aufmerksamkeit buhlen, steht die Frage im Raum, wie Geschichte verantwortungsvoll und respektvoll dargestellt werden kann.
Quellen: FAZ Online