Gedenkveranstaltung in Belgrad wegen Gewalt abgesagt

In der serbischen Hauptstadt Belgrad sollte am 11. Juli 2026 an die Opfer des Srebrenica-Genozids erinnert werden. Diese Veranstaltung wurde jedoch abgesagt, nachdem einer der Organisatoren von Unbekannten verprügelt wurde. Berichten zufolge wurde der Organisator am Ort der geplanten Gedenkfeier angegriffen und dabei schwer verletzt.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Spannungen in Serbien bezüglich der Erinnerungskultur rund um den Bosnienkrieg. Viele Serben haben Schwierigkeiten, den Genozid zu akzeptieren, was zu einer feindlichen Haltung gegenüber solchen Gedenkveranstaltungen führt. Die Absage der Veranstaltung wird von Menschenrechtsgruppen als besorgniserregend angesehen und unterstreicht die Herausforderungen, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist, wenn es darum geht, die Vergangenheit aufzuarbeiten.

Die Gedenkveranstaltung sollte ursprünglich sowohl Serben als auch Bosniaken zusammenbringen, um gemeinsam der Opfer zu gedenken. Stattdessen führt dieser Vorfall zu einer weiteren Spaltung und zeigt, wie gefährlich es für diejenigen geworden ist, die sich für eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Geschichte einsetzen.

Quellen: FAZ Online