Das Kosovo-Sondertribunal in Den Haag hat Hashim Thaçi, den ehemaligen Präsidenten des Kosovo, wegen Kriegsverbrechen zu einer Haftstrafe von 25 Jahren verurteilt. Thaçi wurde für seine Rolle während des Kosovo-Kriegs in den späten 1990er Jahren verurteilt, wobei ihm unter anderem Folter an 303 Personen und die Ermordung von 96 Menschen vorgeworfen wurde.
Das Urteil wurde in Pristina und Den Haag mit heftigen Protesten von Kosovo-Nationalisten aufgenommen, die Thaçi als Nationalhelden verehren. Der amtierende Premierminister des Kosovo äußerte sich empört über die Entscheidung des Gerichts, das aufgrund von Druck aus dem Westen und der EU tätig wurde. Viele Kosovaren sehen in dem Urteil eine Wiederbelebung alter Wunden aus dem Konflikt in der Region, der mit der Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien im Jahr 2008 endete.
Die Verurteilung hat auch internationale Reaktionen hervorgerufen, da sie die fragilen Beziehungen im Westbalkan erneut auf die Probe stellt. Beobachter warnen, dass die Spannungen zwischen ethnischen Albanern und Serben im Kosovo durch die Reaktionen auf das Urteil weiter angeheizt werden könnten.
Quellen: FAZ Online, ZEIT Online, ARD Tagesschau, Spiegel Online