Malta: Yorgen Fenech wegen Mordes an Daphne Caruana Galizia freigesprochen

In einem überraschenden Urteil wurde der maltesische Unternehmer Yorgen Fenech am Mittwoch von den Vorwürfen des Mordes an der investigative Journalistin Daphne Caruana Galizia freigesprochen. Dieser Fall, der die Nation seit Jahren beschäftigt, wurde als einer der aufsehenerregendsten in der maltesischen Geschichte angesehen.

Fenech war angeklagt worden, die tödliche Autobombe, die Caruana Galizia 2017 das Leben kostete, in Auftrag gegeben zu haben. Die Journalistin war bekannt für ihre kritische Berichterstattung über Korruption in der maltesischen Regierung und hatte sich zahlreiche Feinde gemacht.

Die Freisprechung Fenechs hat nicht nur bei den Angehörigen von Caruana Galizia für Empörung gesorgt, sondern auch bei internationalen Menschenrechtsorganisationen. Tom Gibson, stellvertretender Direktor der Organisation „Committee to Protect Journalists“, äußerte sich tief betroffen über das Urteil und betonte die Notwendigkeit, die Verantwortlichen für diesen Mord zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, die selbst aus Malta stammt, erklärte, dass der Kampf für Gerechtigkeit für Caruana Galizia weitergehen werde. „Wir werden nicht aufgeben, wir werden nicht nachgeben“, so Metsola. Dies spiegelt die breite Besorgnis über die Rechtsprechung in Malta wider und die Herausforderungen, mit denen Journalisten in Bezug auf ihre Sicherheit konfrontiert sind.

Der Fall bleibt ein Symbol für den Kampf um Pressefreiheit und die Notwendigkeit, systemische Probleme in der maltesischen Politik und Justiz anzugehen. Während sich die Nation in einer Phase der Trauer und des Aufruhrs befindet, bleibt die Frage offen, wie die Verantwortlichen für diesen Mord letztendlich zur Rechenschaft gezogen werden können.

Quellen: The Guardian, EUobserver, France 24