Die serbische Ministerin für Infrastruktur, die kürzlich erklärte, sie hätte 1998 ethnische Säuberungen im Kosovo durchgeführt, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Diese Aussage wirft nicht nur Fragen zur aktuellen politischen Rhetorik in Serbien auf, sondern auch zur anhaltenden Belastung der Beziehungen zwischen Serbien und Kosovo.
Diplomaten und Experten betonen, dass Belgrad die Erzählungen aus der Zeit von Slobodan Milošević nie vollständig hinter sich gelassen hat. Stattdessen habe man gelernt, diese Botschaften in der internationalen Diplomatie leiser, aber nicht weniger wirksam zu vermitteln. Die Aussage der Ministerin könnte als ein verzweifelter Versuch interpretiert werden, nationalistische Gefühle zu schüren, was in der aktuellen politischen Landschaft Serbiens nicht ungewöhnlich ist.
Die Reaktionen auf die Äußerungen waren teils schockiert, teils besorgt über die möglichen Auswirkungen auf die Stabilität in der Region. Experten warnen, dass solche Äußerungen die Spannungen zwischen Serbien und Kosovo weiter anheizen könnten, die bereits durch ungelöste Fragen der Unabhängigkeit und der Rechte der serbischen Minderheit im Kosovo belastet sind.
Quellen: EUobserver