Wiederaufbaukonferenz in Gdańsk ohne Selenskyj

Die Ukraine Recovery Conference, die am Donnerstag im polnischen Gdańsk eröffnet wurde, findet ohne ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj statt. Der Präsident hat die Teilnahme an dem wichtigen Treffen abgesagt, nachdem er wegen diplomatischer Spannungen mit Polen, die sich aus historischen Streitigkeiten ergeben haben, in die Kritik geraten war.

Statt Selenskyj nahm die ukrainische Premierministerin Julia Svyrydenko teil, die vor den Delegierten eine versöhnliche Tonalität anschlug und die historischen Konflikte nicht ansprach. Diese Entscheidung wird als Versuch gedeutet, die Beziehungen zu Polen zu verbessern, während die beiden Länder versuchen, an einem Strang zu ziehen, um den Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg voranzutreiben.

Donald Tusk, der Vorsitzende der polnischen Opposition, rief in seiner Eröffnungsansprache zu „gegenseitigem Respekt“ zwischen Polen und der Ukraine auf, um die Spannungen zu mildern, die in den letzten Wochen zugenommen hatten. Tusk betonte die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern, um die Herausforderungen der Wiederaufbauphase nach dem Krieg zu bewältigen.

Die Abwesenheit Selenskyjs könnte den diplomatischen Konflikt zwischen den beiden Ländern weiter anheizen, zumal Polen eine Schlüsselrolle in der Unterstützung der Ukraine während des Konflikts mit Russland spielt. Diese Konferenz könnte jedoch auch als Chance gesehen werden, um die Differenzen zu überwinden und gemeinsame Ziele zu verfolgen.

Quellen: RTE News, France 24, ZEIT Online