In Istanbul hat am Dienstag ein wichtiger Prozess begonnen, der die Aufmerksamkeit auf die Sicherheitsstandards in der Hotelbranche lenkt. Sechs Männer stehen vor Gericht, die im Zusammenhang mit dem Tod einer Hamburger Familie angeklagt sind, die im vergangenen Jahr in einem Hotel in der Stadt vergiftet wurde.
Die Familie Böcek war während ihres Aufenthalts in Istanbul einem gefährlichen Pestizid ausgesetzt, das im Hotel versprüht wurde. Der Fall hat nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Türkei für Aufregung gesorgt und wirft Fragen zur Verantwortung der Hotelbetreiber und der staatlichen Aufsichtsbehörden auf.
Der Anwalt der Familie, der sich in dem Prozess als besonders engagiert zeigt, erklärte: „Ich will den Tätern in die Augen schauen“. Er fordert eine umfassende Aufklärung und Gerechtigkeit für die Hinterbliebenen. Der Prozess könnte weitreichende Konsequenzen für die Hotelbranche und die Regulierung von Pestiziden in der Türkei haben.
Experten warnen, dass solche Vorfälle das Vertrauen in die türkische Tourismustradition gefährden könnten, die für ihre Gastfreundschaft und Sicherheit bekannt ist. Die Öffentlichkeit erwartet nun, dass die Gerichtsverhandlung Licht in die Umstände des Vorfalls bringt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden.
Quellen: ZEIT Online, FAZ Online