In einer beispiellosen Aktion hat die türkische Polizei am Sonntag in mehreren Städten Razzien auf Schwulenbars, Nachtclubs und Büros von LGBTQ-Verbänden durchgeführt. Laut Berichten des staatlichen Nachrichtenagentschaft wurden dabei mindestens 63 Personen verhaftet. Die Behörden begründen diese Maßnahmen mit der Notwendigkeit, die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu gewährleisten.
Die Operation, die unter dem Namen ‚Meine Familie ist sicher‘ firmiert, hat landesweit Besorgnis ausgelöst, insbesondere unter Menschenrechtsgruppen, die die Eingriffe als unverhältnismäßig und diskriminierend bewerten. Kritiker der türkischen Regierung argumentieren, dass solche Maßnahmen dazu dienen, die LGBTQ-Community weiter zu marginalisieren und die Rechte von Minderheiten zu verletzen.
Die türkische Justiz geht in diesem Zusammenhang auch gegen soziale Medien vor, indem sie zahlreiche Konten auf der Plattform X sperrt, die sich mit der LGBTQ-Szene solidarisieren. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Meinungsfreiheit und zur Menschenrechtssituation in der Türkei auf, wo die Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan zunehmend repressiv gegen alle Formen von Opposition vorgeht.
Quellen: ZEIT Online, France 24, FAZ Online