In der türkischen Hauptstadt Ankara haben am Samstag zehntausende Menschen für den abgesetzten Oppositionschef Özgür Özel demonstriert. Der Vorsitzende der Republikanischen Volkspartei (CHP) war durch einen umstrittenen Gerichtsbeschluss aus seinem Amt entfernt worden, was zu massiven Protesten führte. Die Veranstaltung zog nicht nur Unterstützer aus Ankara an, sondern mobilisierte auch Menschen aus anderen Städten, die ihre Solidarität mit Özel zeigen wollten.
Özgür Özel, der als fähiger Herausforderer von Präsident Recep Tayyip Erdoğan gilt, hat sich in seiner Ansprache an die Menge kämpferisch gezeigt. Er betonte die Notwendigkeit eines vereinten Oppositionsfrontes gegen die Regierung und forderte die Rückkehr zur Demokratie in der Türkei. Die Demonstranten trugen Transparente und skandierten Slogans, die sowohl Özel als auch die Forderungen nach politischen Reformen unterstützten.
Parallel zu den Protesten betrat Kemal Kılıçdaroğlu, der wieder als Parteichef der CHP eingesetzt wurde, die Parteizentrale. Er kündigte an, eine Wahl um den Parteivorsitz zu fordern, was die internen Konflikte innerhalb der CHP weiter anheizt. Die politischen Turbulenzen innerhalb der Oppositionspartei könnten weitreichende Folgen für die politische Landschaft der Türkei haben.
Quellen: ZEIT Online, Spiegel Online, Al-Monitor