Ralph Gonsalves, der ehemalige Premierminister von St. Vincent und den Grenadinen, hat sich dafür ausgesprochen, dass Reparationszahlungen für die Sklaverei ein zentrales Thema beim bevorstehenden Commonwealth-Gipfel im November sein sollten. Gonsalves erklärte, es sei „unvorstellbar“, dass die Frage der reparativen Gerechtigkeit von Großbritannien für den transatlantischen Sklavenhandel nicht im Vordergrund der Diskussionen stehe.
Er wies darauf hin, dass viele Karibikstaaten, die unter den Folgen der Sklaverei leiden, auf die Unterstützung der Commonwealth-Staaten angewiesen sind, um eine angemessene Entschädigung zu erhalten. „Wir können nicht länger die Augen vor der historischen Verantwortung verschließen,“ so Gonsalves weiter. Laut seiner Auffassung sollte Großbritannien bereit sein, diesen wichtigen Schritt zu gehen, um die jahrhundertelangen Ungerechtigkeiten zu erkennen und zu beheben.
Das Thema Reparationszahlungen hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, insbesondere in Anbetracht der globalen Bewegungen zur Rassengerechtigkeit und der Diskussionen über koloniale Vergangenheit. Gonsalves‘ Aufruf könnte die Debatte über die Verantwortung der ehemaligen Kolonialmächte im Commonwealth weiter anheizen und einen bedeutenden Impuls für die bevorstehenden Verhandlungen geben.
Quellen: The Guardian