Kolumbien befindet sich nach einem verheerenden Erdbeben der Stärke 7,4, das am Montag den Westen des Landes erschütterte, in einem Ausnahmezustand. Präsident Abelardo de la Espriella hat am Mittwoch den wirtschaftlichen Notstand ausgerufen, um die dringend benötigten Ressourcen für den Wiederaufbau zu mobilisieren. Die finanziellen Möglichkeiten des Landes sind jedoch stark eingeschränkt, da bereits 96 % des diesjährigen Schuldenlimits ausgeschöpft sind.
Die Katastrophe hat mindestens 273 Menschenleben gefordert, und 377 Personen werden weiterhin vermisst. Insgesamt sind 97.515 Menschen von den Auswirkungen betroffen. Rettungskräfte setzen ihre Bemühungen fort, Überlebende aus den Trümmern zu bergen, obwohl das kritische 72-Stunden-Fenster für eine erfolgreiche Rettung bereits verstrichen ist. Berichte über überfüllte Leichenschauhäuser in Palmira haben die schwierige Lage der Betroffenen verdeutlicht.
Die internationale Zusammenarbeit gestaltet sich ebenfalls schwierig. Mexiko hat erklärt, dass sein Rettungsteam von Kolumbien abgewiesen wurde, was Kolumbien jedoch als unpolitische Entscheidung verteidigt hat. Die kolumbianische Regierung steht nun vor der doppelten Herausforderung, sowohl das menschliche Leid zu lindern als auch die wirtschaftlichen Folgen der Katastrophe zu bewältigen.
Quellen: El País – Americas, Mercopress, Colombia Reports, Al Jazeera English, BBC Mundo, The Independent – World