In einem umstrittenen Abkommen haben die Vereinigten Staaten und Venezuela eine Vereinbarung getroffen, die den USA Zugang zu einem Fünftel der venezolanischen Ölreserven gewährt. Trotz der Einwände vieler Experten erklärte Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez, dass das Abkommen die Souveränität des Landes nicht beeinträchtige. „Das Erdöl bleibt im Besitz Venezuelas“, betonte Rodríguez in einer Ansprache an die Nation.
Das Abkommen sieht vor, dass 19 Dollar von jedem Barrel Öl, das in die USA verkauft wird, direkt an die venezolanische Regierung fließen. Dies soll laut Rodríguez Investitionen und wirtschaftlichen Wohlstand in das von einer tiefen Wirtschaftskrise geplagte Land bringen. Die venezolanische Opposition und zahlreiche internationale Beobachter kritisieren jedoch die zunehmende Einflussnahme der USA auf die venezolanischen Ressourcen.
US-Präsident Donald Trump lobte das Abkommen als strategischen Erfolg vor den anstehenden Midterm-Wahlen in den USA. Kritiker betrachten es hingegen als einen weiteren Schritt in Richtung einer verstärkten Kontrolle der US-Regierung über die natürlichen Ressourcen Venezuelas. Die Vereinbarung könnte die Macht des Regimes in Caracas weiter festigen und die Demokratisierung des Landes verzögern.
Quellen: FAZ Online, ZEIT Online, Al Jazeera English, El País