Ein erneutes Nachbeben der Stärke 4,6 hat Venezuela am Montag erschüttert, nur wenige Tage nach einem verheerenden doppelten Erdbeben. Das Epizentrum des jüngsten Bebens lag in Caraballeda, im Bundesstaat La Guaira, einer der am stärksten betroffenen Regionen. Trotz der Stärke des Nachbebens wurden bisher keine weiteren Schäden gemeldet. Die Erschütterungen waren bis in die Hauptstadt Caracas spürbar.
Die Rettungsmaßnahmen konzentrieren sich weiterhin auf die Suche nach Überlebenden in den Trümmern. Besonders bemerkenswert war die Rettung von Aaron Levi Cantillo Vargas, einem 21-jährigen Mann, der nach 106 Stunden lebend aus den Trümmern eines Gebäudes in Caraballeda geborgen wurde. Diese Rettung wird von den Behörden als Wunder bezeichnet.
In den letzten Tagen wurden insgesamt 1.450 Todesfälle bestätigt, und es wird erwartet, dass die Zahl weiter steigt, da Rettungsteams weiterhin in den betroffenen Gebieten arbeiten. Internationale Unterstützung und gut koordinierte Rettungsaktionen, wie sie der deutsche Botschafter in Venezuela, Volker Pellet, hervorhob, sind entscheidend, um die Effizienz der Operationen zu maximieren. Pellet betonte, dass die Kennzeichnung bereits durchsuchter Gebäude helfen soll, unnötige Doppelarbeit zu vermeiden.
Das Ausmaß der Zerstörung ist gewaltig: Insgesamt wurden 774 Gebäude in ganz Venezuela beschädigt, davon 189 vollständig zerstört und 585 teilweise eingestürzt. Diese Zahlen wurden vom venezolanischen Parlamentspräsidenten Jorge Rodríguez bekannt gegeben. Die Zerstörung hat zu einer erheblichen humanitären Krise geführt, die durch die bereits bestehenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes noch verschärft wird.
Quellen: The Guardian – World, Welt Online, Agência Brasil