In Venezuela sind die Auswirkungen des schweren Erdbebens, das vor über einer Woche das Land erschütterte, noch immer deutlich zu spüren. Der internationale Flughafen Simón Bolívar in Maiquetía, der als wichtigstes Luftverkehrsdrehkreuz des Landes gilt, bleibt geschlossen, da die Start- und Landebahnen erheblich beschädigt wurden. Die venezolanische Regierung hat bisher keine detaillierten Informationen zu den Schäden oder einem Zeitplan für die Wiedereröffnung des Flughafens bereitgestellt. Dies führt zu einem erheblichen Ansturm auf kleinere regionale Flughäfen, die die steigende Nachfrage kaum bewältigen können.
Darüber hinaus hat das Erdbeben eine bedeutende Touristenstadt in Venezuela nahezu komplett zerstört. Die wirtschaftlichen Folgen sind katastrophal, da der Tourismus eine der wenigen verbliebenen Einnahmequellen des Landes darstellte. Die Einwohner stehen vor enormen Herausforderungen, da sie nicht nur mit dem Verlust von Infrastruktur, sondern auch mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen und Einkommen konfrontiert sind.
Währenddessen wird die Kritik am Krisenmanagement der Regierung laut. Die amtierende Präsidentin Delcy Rodríguez hat die Vorwürfe als „Propaganda“ abgetan und betont, dass die Regierung alles in ihrer Macht Stehende tue, um die Situation zu stabilisieren. Doch die Unsicherheit und das Schweigen der Regierung tragen zur allgemeinen Unzufriedenheit und Verunsicherung in der Bevölkerung bei. Internationale Helfer, darunter auch ein Team aus Deutschland, sind bereits vor Ort, um bei den Rettungs- und Wiederaufbauarbeiten zu unterstützen.
Quellen: El País – Americas, Al Jazeera English, Spiegel Online