Die Brüder Ali und Wael Sabbagh stehen vor den Trümmern ihres Familienhauses, das seit über 50 Jahren ihr Zuhause war. Das Gebäude wurde vergangene Woche bei israelischen Luftangriffen zerstört, bei denen ihre Mutter, ihr Bruder und die Haushaltshilfe der Familie getötet wurden.
„Wir können unsere Toten nicht einmal in unserem Heimatdorf begraben“, sagt Ali Sabbagh. Die anhaltenden Angriffe und die unsichere Lage machen es den Familien unmöglich, ihre traditionellen Bestattungsriten durchzuführen. Viele müssen ihre Angehörigen in provisorischen Gräbern oder weit entfernten Friedhöfen beerdigen.
Traditionelle Bestattungsriten unmöglich
Die Situation spiegelt das Leid vieler libanesischer Familien wider, die durch die israelischen Angriffe nicht nur ihr Zuhause, sondern auch die Möglichkeit verloren haben, ihre Toten nach jahrhundertealten Traditionen zu bestatten. Viele Dörfer im Süden Libanons sind aufgrund der anhaltenden Gewalt unbewohnbar geworden.
Die Sabbagh-Brüder hoffen auf eine Waffenruhe, die es ihnen ermöglicht, ihre getöteten Familienmitglieder würdevoll in ihrem Heimatdorf zu bestatten. Bis dahin müssen sie mit der Ungewissheit leben, wann sie Abschied nehmen können.
Quellen: Al-Monitor, Middle East Eye