Seit dem Amtsantritt von König Salman im Jahr 2015 hat Saudi-Arabien die Marke von 2.000 vollstreckten Todesurteilen überschritten. Dies geht aus einem Bericht von Middle East Eye hervor, der sich auf Daten von Menschenrechtsgruppen stützt. Die Zahl der Hinrichtungen habe sich damit im Vergleich zu früheren Jahren verfünffacht – entgegen der öffentlich verkündeten Reformagenda von Kronprinz Mohammed bin Salman.
Widerspruch zu Modernisierungsbemühungen
Besonders kritisch wird bewertet, dass dieser Anstieg parallel zu Imagekampagnen des Königreichs erfolgte, die auf wirtschaftliche Öffnung und gesellschaftliche Liberalisierung abzielten. Die meisten Hinrichtungen erfolgten durch Enthauptung und betrafen oft Angeklagte, die in unfairen Prozessen verurteilt wurden, wie Menschenrechtsorganisationen dokumentierten.
Ein Sprecher der saudischen Regierung wies die Kritik zurück und betonte, die Todesstrafe werde nur bei schwersten Verbrechen nach umfassenden Gerichtsverfahren verhängt. Die Zahlen seien zudem im regionalen Vergleich nicht ungewöhnlich.
Quellen: Middle East Eye