Die amtierende Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, ist nach Den Haag gereist, um vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) den venezolanischen Anspruch auf die Region Esequibo zu verteidigen. Diese Grenzregion wird seit Jahrzehnten zwischen Venezuela und Guyana beansprucht. Der Besuch von Rodríguez wurde durch eine spezifische Ausnahme von den europäischen Sanktionen ermöglicht, die aufgrund ihrer politischen Rolle gegen sie verhängt wurden.
Der Fall vor dem IGH ist ein bedeutender Schritt in den internationalen Bemühungen Venezuelas, seine territorialen Ansprüche zu festigen. Rodríguez‘ Reise ist zudem ihre erste größere internationale Reise außerhalb der Karibikregion seit dem Sturz von Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte am 3. Januar. Der Fall hebt die geopolitische Bedeutung des Esequibo-Gebiets hervor, das reich an Bodenschätzen ist und strategische Vorteile bietet.
Die Auseinandersetzung um die Region hat historische Wurzeln, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Die aktuelle Spannung wird durch die wirtschaftlichen Interessen beider Länder noch verstärkt, da das Gebiet potenziell reiche Erdölvorkommen birgt. Während Venezuela seine Ansprüche mit historischem Recht begründet, hält Guyana an den internationalen Schiedsurteilen fest, die seinen Anspruch unterstützen.
Quellen: Mercopress, El País – Americas