Justizskandal in Niedersachsen: Verurteilter Sexualstraftäter erneut bei Hafturlaub rückfällig

Ein 23-jähriger Mann, der in Niedersachsen bereits wegen mehrfachen Kindesmissbrauchs im Gefängnis saß, soll während eines Hafturlaubs erneut rückfällig geworden sein. Laut Ermittlungsbehörden wurde der Mann nach einer Therapie im Justizvollzug vorübergehend freigestellt – trotz bestehender Risikohinweise. Nun steht er erneut unter Anklage, nachdem konkrete Hinweise auf erneute Taten bei Minderjährigen vorliegen.

Die Vorfälle werfen Fragen zur Sicherheit im Rahmen von Hafturlauben und Therapieprogrammen für Sexualstraftäter auf. Heiko Teggatz von der Deutschen Polizeigewerkschaft bezeichnete den Fall als "Justizskandal sondergleichen". "Dass trotz Warnzeichen und schwerwiegender Vorstrafen solche Freigänge gewährt werden, lässt mich fassungslos zurück", sagte Teggatz gegenüber Medien.

Der Mann absolvierte eine Therapie im Gefängnis, deren tatsächlicher Erfolg nun massiv infrage gestellt wird. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, um mögliche Versäumnisse in der Bewährungs- und Haftentlassungspraxis zu überprüfen. In Niedersachsen fordern nun Politiker und Opferschutzorganisationen eine umfassende Überprüfung der Maßnahmen zur Risikobewertung von Sexualstraftätern im Vollzug.

Die Landesregierung in Hannover hat angekündigt, den Fall aufzuklären und gegebenenfalls Regelungen zu verschärfen, um solche Vorfälle künftig zu verhindern. Auch die Justizbehörden haben interne Prüfungen angeordnet, um zu eruieren, ob die Freigabe des Manns im Einklang mit den geltenden Sicherheitsstandards stand.

Quellen: Welt Online, ntv – Nachrichten