Der Rückzug von Kai Wegner als Spitzenkandidat der Berliner CDU hat der Partei neuen Auftrieb verliehen. Laut einer aktuellen Umfrage des RBB hat die CDU unter ihrem neuen Kanzlerkandidaten Stefan Evers um drei Prozentpunkte zugelegt. Der plötzliche Wechsel an der Spitze folgte auf wachsende Kritik an Wegners Glaubwürdigkeit, insbesondere wegen widersprüchlicher Aussagen zum großen Stromausfall in weiten Teilen der Stadt Anfang des Jahres.
Wegner hatte damals behauptet, den Notfall in der Krisenleitung koordiniert zu haben, was später durch Dokumente widerlegt wurde. Sein Rückzug Mitte Juli löste eine rasche Neuaufstellung aus, bei der der bisherige Innen- und Sicherheitschef Stefan Evers als Nachfolger vorgeschlagen wurde. Seitdem verzeichnet die CDU eine leichte Erholung in der öffentlichen Wahrnehmung.
Trotz des Aufschwungs bleibt die Linke in der Umfrage weiter an der Spitze. Auch diese Partei legte leicht zu und festigt damit ihre Position als stärkste Kraft im Rennen um das Abgeordnetenhaus. Die Wahl am 20. September zeichnet sich somit als enges Duell ab, bei dem vor allem die Verunsicherung über die Glaubwürdigkeit der CDU eine zentrale Rolle spielt. Die SPD folgt weiter auf Platz drei, während Grüne und FDP leicht verlieren.
Die Umfragewerte unterstreichen, dass die Berliner Wähler:innen auf Konsistenz und Transparenz pochen – Eigenschaften, deren Verlust Kai Wegner letztlich zum Verhängnis wurde. Mit Evers setzt die CDU nun auf eine sachliche, ruhige Ausstrahlung, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Ob dies reicht, um die Linke einzuholen, wird sich erst im Wahlkampf zeigen.
Quellen: ntv – Nachrichten, FAZ Online, T-Online Nachrichten, Welt Online, Der Tagesspiegel