Die Berliner S-Bahn steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Nach jahrelangem Streit um Kosten, Termine und technische Spezifikationen hat der Senat den Zuschlag für die Lieferung von 350 neuen Zügen an die Unternehmen Stadler und Siemens vergeben. Die neuen Fahrzeuge sollen ab 2032 schrittweise in Betrieb gehen und die bislang eingesetzten Baureihen der 1990er Jahre ersetzen.
Die neuen Züge werden nach Angaben der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der Deutschen Bahn als Auftraggeberin mehr Platz, bessere Klimatisierung und modernste Sicherheitssysteme bieten. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Barrierefreiheit – künftig sollen alle Türen stufenlos erreichbar sein. Zudem wird ein neues, energieeffizientes Antriebskonzept erprobt, das den Stromverbrauch langfristig senken soll.
Die Lieferung der neuen Flotte ist Teil eines milliardenschweren Ausbau- und Modernisierungsprogramms für den öffentlichen Nahverkehr in Berlin. Hintergrund ist nicht zuletzt der wachsende Druck durch Pendler:innen und Umweltverbände, die eine zuverlässigere und klimafreundlichere Mobilität fordern. Der Ausbau soll auch im ländlichen Umland Berlins zur Entlastung beitragen.
Der Beschluss folgt auf eine jahrelange Diskussion über die Zukunft der S-Bahn, die immer wieder mit Pannen, Verspätungen und Kapazitätsengpässen in die Kritik geraten war. Mit der Entscheidung für Stadler und Siemens setzt Berlin auf eine Kombination aus Schweizer Schienenfahrzeug-Expertise und deutscher Ingenieurskunst. Die ersten Prototypen sollen bereits 2029 getestet werden.
Quellen: FAZ Online