Spektakuläre Fossilfunde im Thüringer Wald liefern Einblicke in frühe Evolution von Reptilien und Säugetieren

Im Thüringer Wald haben Paläontologen bemerkenswerte Fossilfunde gemacht, die neue Erkenntnisse über die Evolution von Landwirbeltieren vor über 250 Millionen Jahren liefern. Die versteinerten Spuren und Knochenfragmente stammen aus der Zeit vor den Dinosauriern und geben Einblick in eine Epoche, in der sich die ersten Vorläufer von Reptilien und Säugetieren voneinander zu unterscheiden begannen.

Die Funde, entdeckt in mehreren geologischen Schichten des Thüringer Waldes, umfassen Abdrücke von Gliedmaßen, Wirbelsäulenfragmente und Zahnstrukturen, die auf frühe Synapsiden und Sauropsiden hinweisen. Diese Gruppen gelten als Stammlinien, aus denen später Säugetiere beziehungsweise Reptilien und Vögel hervorgingen. Besonders auffällig sind Merkmale an den Schultergelenken und Schädeln, die Wissenschaftler als mögliche Hinweise auf unterschiedliche Lebensweisen und Fortbewegungsmuster interpretieren.

„Diese Funde sind von herausragender Bedeutung“, erklärt ein Forscher des Museums für Naturkunde in Jena, das eng mit dem Projekt zusammenarbeitet. „Sie dokumentieren einen kritischen Übergang in der Evolution, als sich die ersten Merkmale entwickelten, die wir heute als typisch für Säugetiere oder Reptilien kennen.“

Thüringen gilt seit Jahrzehnten als Hotspot für paläontologische Forschung, insbesondere aus der permotrischen Übergangsphase. Die aktuelle Entdeckung könnte dazu beitragen, die zeitliche und geografische Verbreitung früher Tiergruppen präziser zu kartieren. In den kommenden Monaten sollen die Fundstellen weiter systematisch untersucht und die Fossilien im Rahmen einer Sonderausstellung im Thüringer Landesmuseum präsentiert werden.

Quellen: MDR – Nachrichten