Das Dresdner Landgericht nimmt heute den ersten Strafprozess nach den schweren Ausschreitungen rund um das Fußballspiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden auf. Ein 29-jähriger Mann steht vor Gericht, dem die Staatsanwaltschaft versuchten Mord vorwirft. Die Anklage geht von einer gezielten und besonders brutalen Attacke aus, bei der ein gegnerischer Fan lebensgefährlich verletzt wurde.
Die Zusammenstöße hatten sich am Rande der Zweitliga-Partie im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion ereignet. Nach Polizeiangaben kam es zu massiven Schlägereien zwischen rivalisierenden Fangruppen, wobei Pyrotechnik eingesetzt und Gegenstände geworfen wurden. Der Angeklagte soll dem Opfer – einem 34-jährigen Magdeburger – mit einem stumpfen Gegenstand mehrfach auf den Kopf geschlagen haben, was zu einer schweren Hirnverletzung führte. Das Opfer überlebte nur knapp und befindet sich weiter in langwieriger Rehabilitation.
Die Staatsanwaltschaft sieht in der Tat ein besonderes Maß an Brutalität und fordert eine hohe Freiheitsstrafe. Der Angeklagte streitet die Mordabsicht ab und behauptet, er habe sich nur „verteidigt“. Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Tage dauern und unter hohem öffentlichen und polizeilichen Sicherheitsaufwand stattfinden. Die Vorfälle hatten bundesweit für Kritik an der Fan-Sicherheitslage im Profifußball gesorgt, insbesondere bei ostdeutschen Traditionsvereinen wie Dynamo Dresden.
Quellen: MDR – Nachrichten