Innere Spannungen in Puntland: Militärischer Konflikt zwischen Sicherheitskräften

In der nordostsomalischen Autonomieregion Puntland sind am Sonntag gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen zwei rivalisierenden Sicherheitskräften ausgebrochen. Zwischen der Stadt Laag und der Hafenstadt Bosaso kam es im Madar-Jiif-Gebiet zu schweren Schusswechseln zwischen Truppen der Puntland Security Force (PSF) und den sogenannten Darawiish-Kräften, einer anderen staatlich anerkannten Sicherheitsformation. Nach Angaben von Sicherheitskreisen wurde mindestens ein PSF-Soldat getötet, während zahlreiche Verletzte in lokalen Krankenhäusern behandelt wurden.

Wie der Sender Shabelle berichtete, beanspruchen die Darawiish-Kräfte nach den Kämpfen die Einnahme militärischer Fahrzeuge, Waffen und mehrerer Gefangener aus den Reihen der PSF. Die genauen Ursachen des Konflikts sind noch nicht offiziell geklärt, deuten jedoch auf anhaltende Spannungen innerhalb der Sicherheitsapparate Puntlands hin. Der Vorfall unterstreicht die fragile Sicherheitslage in der Region, wo trotz Autonomiestatus immer wieder Machtkämpfe zwischen lokalen Streitkräften und politischen Führungen aufflammen.

Puntland, das sich seit 1998 als autonome Region innerhalb Somalias versteht, ringt seit Jahren um stabile Institutionen. Die jüngsten Ereignisse könnten das Vertrauen in die interne Sicherheitskoordination untergraben. Die somalische Zentralregierung in Mogadishu äußerte sich bislang nicht offiziell zu dem Zwischenfall. Beobachter warnen jedoch vor einer Eskalation, falls keine klare Aufarbeitung und Disziplinierung erfolgen.

Quellen: Radio Dalsan, Shabelle