Über 140 Migranten nach Bootsunglücken vor Mauretanien vermisst

Bei mehreren tragischen Bootsunglücken vor der Küste Mauretaniens sind in der vergangenen Woche mindestens 144 Menschen ums Leben gekommen oder gelten als vermisst. Die UN-Hochkommissarin für Flüchtlinge (UNHCR) bezeichnete die Westafrika-Route erneut als eine der gefährlichsten Migrationsrouten weltweit. Die betroffenen Boote waren nach Angaben aus Gambia gestartet und hatten vermutlich das Ziel Spanien oder die Kanarischen Inseln.

Unter den Vermissten befinden sich auch zahlreiche Familien, darunter zwei Kinder, die laut France 24 als einzige aus einem der Schiffe gerettet werden konnten. Ihre gesamten Familien ertranken während der Überfahrt. Die genauen Umstände der Unglücke sind noch nicht vollständig geklärt, doch die UN verweist auf die zunehmende Zahl riskanter Seereisen entlang der westafrikanischen Küste, wo immer mehr Menschen vor Armut, Konflikten und Umweltkatastrophen fliehen.

Mauretanien, gelegen zwischen Westafrika und Nordafrika, ist ein häufiger Start- oder Transitpunkt für irreguläre Migranten. Die Behörden des Landes sowie internationale Organisationen warnen seit Jahren vor den Gefahren der Überfahrt in oft völlig überfüllten und seetüchtigen Booten. Trotzdem bleibt die Route attraktiv, da viele Migranten hoffen, in Europa ein besseres Leben zu finden. Die jüngsten Tragödien unterstreichen erneut die dringende Notwendigkeit humanitärer Unterstützung und sicherer Migrationswege.

Quellen: ZEIT Online – Außenpolitik, France 24 – Africa