Minijobs vor dem Aus: Thüringen diskutiert über geplante Reform

Die Empfehlung der Rentenkommission, Minijobs künftig stärker in die gesetzliche Rentenversicherung zu integrieren, stößt in Thüringen auf gemischte Reaktionen. Thüringens Sozialministerin Heike Schenk (SPD) begrüßte den Vorstoß als „lang überfälligen Schritt zur Verbesserung der Alterssicherung“. Sie betonte, dass viele Menschen, die jahrzehntelang in Mini-Jobs arbeiteten, oft nur eine sehr geringe Rente erhielten.

Der Vorschlag sieht vor, dass Arbeitnehmer:innen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen künftig automatisch in die Rentenversicherung einzahlen sollen – mit einem entsprechenden Anstieg des Arbeitgeberanteils. Dies könnte nach Schätzungen die monatliche Belastung um bis zu 40 Euro erhöhen.

Die Thüringer CDU warnt davor, dass die Reform zu massiven Jobverlusten führen könnte, besonders in kleineren Betrieben und im Gastgewerbe. „Viele Arbeitgeber werden sich diese Mehrkosten nicht leisten können. Die Folge wäre ein Rückgang der Beschäftigung und mehr Schwarzarbeit“, sagte ein Sprecher der Partei. Auch Arbeitgeberverbände befürchten wirtschaftliche Einbußen, insbesondere in ländlichen Regionen.

Die Debatte zeigt die Zerreißprobe zwischen sozialem Schutz und wirtschaftlicher Realität. Während Befürworter eine gerechtere Altersvorsorge fordern, fürchten Kritiker negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Bundesregierung wird nun entscheiden, ob und wie der Vorschlag umgesetzt wird – mit weitreichenden Konsequenzen für hunderttausende Beschäftigte in Thüringen.

Quellen: MDR – Nachrichten