Nach dem rassistisch motivierten Attentat auf den CSD in Berlin hat Hamburg zum Auftakt der diesjährigen Pride-Woche deutlich erhöhte Sicherheitsvorkehrungen angekündigt. Angesichts der besorgniserregenden Vorfälle in der Hauptstadt betonte der zuständige Innensenator am Montag, dass die Behörden „jede erforderliche Maßnahme ergreifen werden, um die Demonstrierenden und Feiernden in der Hansestadt zu schützen“. Streifenwagenpatrouillen, Videoüberwachung und eine enge Kooperation mit dem Veranstalterbündnis seien Teil eines umfassenden Sicherheitskonzepts.
Aktivist*innen begrüßten die Maßnahmen, warnten aber davor, sich aus Angst zurückzuziehen. „Wir lassen uns nicht unsichtbar machen“, sagte eine Sprecherin der Hamburger Pride-Organisation während einer öffentlichen Erklärung auf dem Rathausmarkt. Stattdessen sei es wichtig, gerade jetzt sichtbar zu bleiben und breite Unterstützung aus allen Teilen der Stadtgesellschaft einzufordern. Zahlreiche Kultur- und Sporteinrichtungen sowie öffentliche Institutionen zeigten bereits Solidarität, indem sie Regenbogenflaggen hissten.
Die AfD forderte unterdessen „konsequente Konsequenzen“ und eine stärkere Überwachung von „gewaltbereiten Gruppierungen“, was von Bürgerrechtlern kritisch gesehen wird. Sie befürchten, dass pauschale Sicherheitsrhetorik die Stigmatisierung von Minderheiten begünstigen könnte. Die diesjährige Pride-Woche in Hamburg wird mit über 120 Veranstaltungen rechnen – von politischen Diskussionen bis zu Straßenfesten – und steht unter dem Motto „Sichtbar bleiben“.
Quellen: Welt Online