Hessischer Rundfunk erzielt 52-Millionen-Überschuss – Intendant klagt trotzdem über Unterfinanzierung

Der Hessische Rundfunk (HR) hat im Jahr 2025 ein deutliches Plus erwirtschaftet: Bei Einnahmen von 597 Millionen Euro beliefen sich die Ausgaben auf 545 Millionen Euro – ein Überschuss von 52 Millionen Euro. Die Jahresrechnung, die am Montag veröffentlicht wurde, zeigt eine solide finanzielle Lage des öffentlich-rechtlichen Senders mit Sitz in Frankfurt. Dennoch mahnt Intendant Florian Hager dringenden Handlungsbedarf an.

„Ein Überschuss bedeutet nicht, dass wir gut ausgestattet sind“, betonte Hager. Vielmehr sei der HR „strukturell und systematisch unterfinanziert“. Der Grund: Die Rundfunkbeiträge stagnierten, während die Produktionskosten – etwa für digitale Angebote, neue Plattformen und journalistische Qualität – kontinuierlich stiegen. Insbesondere die technische Modernisierung und die Anpassung an die digitale Mediennutzung verschlängen erhebliche Ressourcen.

Der Überschuss resultiert unter anderem aus Restmitteln aus früheren Jahren und vorsichtiger Haushaltsplanung. Doch Hager warnt: „Wir können nicht auf Dauer aus Reserven leben.“ Er fordert eine angepasste Finanzierungsgrundlage, um die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Informationsvielfalt, Bildungsangebote und kulturelle Berichterstattung – auch künftig erfüllen zu können. Die Diskussion über die angemessene Finanzierung des HR wird in Hessen auch politisch kontrovers begleitet – besonders angesichts der anstehenden Beitragsberatungen auf Bundesebene.

Quellen: FAZ Online