Ein bahnbrechendes kulturelles Projekt aus Frankfurt gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit: Das „Ensemble in transition“ kombiniert klassische Musik mit Gebärdensprache und schafft damit eine inklusive Kunstform, die sowohl hörende als auch taube Menschen anspricht. Das Ensemble besteht aus drei Musikerinnen und der Gebärdensolistin Miriam Gleich, die gemeinsam eine szenische Konzertform entwickelt haben, in der Musik, Poesie und visuelle Sprache ineinanderfließen.
Die Aufführungen finden an wechselnden Orten in Frankfurt statt, oft in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Dabei wird nicht einfach übersetzt – die Gebärdensprache wird als gleichwertige künstlerische Ausdrucksform behandelt. „Es geht nicht darum, Texte zu übersetzen, sondern darum, Bedeutung sichtbar zu machen“, erklärt Gleich. Die Musikstücke werden so komponiert, dass sie Räume für die visuelle Sprache öffnen – Pausen, Klangfarben und Rhythmen werden gezielt eingesetzt, um die Wirkung der Gebärden zu verstärken.
„Ensemble in transition“ steht damit exemplarisch für eine neue Ästhetik der Inklusion in der Kultur. Das Projekt zeigt, wie künstlerische Formate neu gedacht werden können, um Barrieren zwischen Hörenden und Nicht-Hörenden abzubauen. Es wird zunehmend auch bundesweit beachtet, doch seine Wurzeln bleiben fest in Hessen verankert – ein Zeugnis für die kreative Vielfalt der Frankfurter Kulturszene.
Quellen: FAZ Online