Marokko macht Falschinformationen für Ansturm auf Ceuta verantwortlich

Die marokkanische Regierung hat erstmals Stellung zu den jüngsten Vorfällen an der Grenze zur spanischen Exklave Ceuta bezogen und Falschinformationen als Hauptursache für die plötzliche Migration Zehntausender Menschen genannt. Das Innenministerium in Rabat erklärte, gezielte Desinformationen in sozialen Medien hätten zu einer massiven Bewegung von Migranten geführt, die in der vergangenen Woche versuchten, die Grenzbarrieren zu überwinden.

Offiziellen marokkanischen Angaben zufolge beteiligten sich rund 40.000 Menschen an dem Vorfall. Spanische Behörden sprechen hingegen von mehr als 60.000 Migranten, die versucht haben, nach Ceuta zu gelangen. Auch die Zahl der Todesopfer wird unterschiedlich dargestellt: Während Spanien mindestens 23 Tote meldet, nennt Marokko eine niedrigere Zahl, ohne diese jedoch präzise zu benennen.

Die marokkanische Regierung betont, dass die sozialen Medien gezielt genutzt wurden, um falsche Informationen über geöffnete Grenzen oder erleichterte Einreisebedingungen zu verbreiten. Diese hätten zu einer massiven Anziehungskraft auf Migranten aus verschiedenen Regionen Afrikas geführt. Spanien wirft indes marokkanischen Sicherheitskräften vor, die Kontrolle an bestimmten Grenzabschnitten vorübergehend gelockert zu haben, was die Lage weiter verschärft habe.

Die Vorfälle in Ceuta haben die diplomatischen Beziehungen zwischen Spanien und Marokko erneut unter Spannung gesetzt. Beide Seiten bemühen sich nun um eine Entschärfung der Lage, während internationale Beobachter auf eine transparente Aufarbeitung und bessere Koordination bei der Grenzsicherung drängen.

Quellen: FAZ Online, ARD Tagesschau – Ausland, ZEIT Online – Außenpolitik