Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther fordert Abschaffung der Rente mit 63

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther hat sich im Streit innerhalb der Union zur Rentenpolitik klar positioniert: Die Regelung zur „Rente mit 63“ müsse endgültig abgeschafft werden. In einer klaren Ansage an seine Parteikollegen aus den ostdeutschen Bundesländern betonte Günther, dass eine solche Frühverrentung weder zukunftsfest noch generationengerecht sei.

Günther argumentierte, dass die demografische Entwicklung und die Finanzierbarkeit der gesetzlichen Rentenversicherung eine längere Erwerbstätigkeit erforderlich machten. „Wir brauchen mehr Arbeitskraft, nicht weniger“, so der CDU-Politiker. Seine Haltung steht im Widerspruch zu mehreren ostdeutschen Ministerpräsidenten der CDU, die die Beibehaltung der Regelung fordern – vor allem vor dem Hintergrund schwächerer Arbeitsmärkte in ihren Regionen.

Die Debatte spitzt sich vor dem Hintergrund anstehender Bundestagsbeschlüsse zu weiteren Rentenanpassungen zu. Günthers Position könnte dabei als Signal für einen Kurswechsel innerhalb der Unionsparteien wirken. Als Regierungschef eines westdeutschen Flächenlandes bringt er eine andere Perspektive ein als Kollegen aus strukturschwächeren Gebieten Ostdeutschlands.

In Schleswig-Holstein wird das Thema auch vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft diskutiert. Experten warnen vor Personalknappheit in Schlüsselbranchen wie Pflege, Handwerk und Verkehr. Eine Verlängerung der Berufstätigkeit gilt vielen als unausweichlich – auch wenn soziale Härten berücksichtigt werden müssten.

Quellen: Welt Online