Somaliland warnt nach Besuch des Premierministers in Las Anod vor Eskalation

Die de facto unabhängige Region Somaliland hat am Sonntag den Besuch des somalischen Premierministers Hamza Abdi Barre in der umstrittenen Stadt Las Anod scharf kritisiert. Die Regierung in Hargeisa erklärte, die Reise könne die politische und Sicherheitslage in der Region weiter destabilisieren und drohe bestehende Spannungen zwischen Mogadischu und Hargeisa zu verschärfen.

Las Anod liegt in einer umkämpften Grenzregion, die von Somaliland beansprucht wird, aber auch von lokalen Clans und der somalischen Bundesregierung als Teil ihres Hoheitsgebiets betrachtet wird. Der Besuch des Premierministers wurde daher als direkte Herausforderung der Autorität Somalilands gewertet. In der Vergangenheit hatten ähnliche Aktionen bereits zu Protesten und bewaffneten Auseinandersetzungen geführt.

Diplomatischer Konflikt bleibt ungeklärt

Die Beziehungen zwischen Somaliland und der somalischen Zentralregierung sind seit langem angespannt. Während Somaliland sich 1991 nach dem Zusammenbruch des Siad-Barre-Regimes für unabhängig erklärte, wird diese Unabhängigkeit international bislang nicht anerkannt. Dennoch verfolgt Hargeisa eine eigenständige Politik, einschließlich eigener Institutionen, Sicherheitskräfte und diplomatischer Kontakte.

Der jüngste Vorfall unterstreicht die anhaltenden territorialen und politischen Differenzen, die eine dauerhafte Stabilisierung der gesamten Region behindern. Internationale Partner rufen regelmäßig zu Dialog und Deeskalation auf, doch konkrete Fortschritte bleiben bisher aus.

Quellen: AllAfrica – East Africa