Der Korruptionsprozess gegen die ehemalige südafrikanische Verteidigungsministerin Nosiviwe Mapisa-Nqakula nimmt immer spektakulärere Züge an. Am Dienstag enthüllte die Staatsanwaltschaft vor dem Gauteng-Hohegericht Details über eine teure Renovierung ihres Privathauses, die angeblich mit Bestechungsgeldern finanziert wurde. Laut Anklage wurden insgesamt 1,8 Millionen südafrikanische Rand (ca. 85.000 Euro) in bar für Umbaumaßnahmen verwendet – darunter allein 600.000 Rand für maßgefertigte Vorhänge aus importierter Seide.
Zeugen berichteten, dass Lieferanten Barzahlungen erhalten hätten, um Spuren zu verwischen. Die Anklage wirft Mapisa-Nqakula vor, während ihrer Amtszeit von 2012 bis 2022 systematisch Bestechungsgelder angenommen und ihr Amt zur Bereicherung missbraucht zu haben. Die Summen sollen aus illegalen Zahlungen von staatlichen Auftragnehmern stammen.
Der Prozesstag nahm eine unerwartete Wendung, als ein führender Anwalt aus dem Verteidigungsteam den Gerichtssaal demonstrativ verließ – offenbar wegen interner Differenzen über die Verteidigungsstrategie. Dies untergrub das Vertrauen in die Kohärenz der Verteidigung und sorgte für Aufsehen in den Medien.
Mapisa-Nqakula, die 2023 nach Ermittlungen der Anti-Korruptionsbehörde NPA zurücktrat, bestreitet die Vorwürfe. Der Fall wird als einer der bedeutendsten in der jüngeren Geschichte der südafrikanischen Justiz angesehen und steht symbolisch für den Kampf gegen Machtmisbrauch in höchsten Regierungskreisen.
Quellen: Daily Maverick