Am Dienstag hat ein Fund auf dem Leipziger Flughafen für höchste Alarmbereitschaft im Bundesland Sachsen gesorgt: Eine sogenannte Kamikazedrohne mit rund 800 Gramm Sprengstoff wurde in der Nähe eines Antonow-Frachtflugzeugs entdeckt, das nach Angaben aus Sicherheitskreisen Munition an Bord hatte. Der Flugkörper, der offenbar gezielt eingesetzt wurde, deutet auf einen schweren Anschlagsversuch hin – möglicherweise im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg.
Die Drohne, die nach Experteneinschätzung gezielt gegen kritische Infrastruktur eingesetzt wurde, hat Experten zufolge eine neue Qualität hybrider Bedrohungen in Deutschland erreicht. „Es ist eine klare Eskalation“, warnte die Drohnenexpertin Ulrike Franke. Die Polizei und das Bundeskriminalamt suchen weiter nach einem zweiten verdächtigen Objekt, das möglicherweise ebenfalls auf dem Gelände abgesetzt wurde.
Grünen-Politikerin Tabea Rößner und andere Vertreter der Opposition fordern eine unverzügliche Sitzung des nationalen Sicherheitsrats. Auch der Verdacht richtet sich klar in Richtung russischer Geheimdienste: „Es liegt nahe, dass Russland hinter dem Angriff steckt“, sagte Bundestagsabgeordnete Konstantin von Notz. Die Bundesregierung wird aufgefordert, die Schutzmaßnahmen für kritische Infrastrukturen wie Flughäfen und Häfen deutlich zu verstärken.
Der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe warnte vor einer ähnlichen Verwundbarkeit der deutschen Häfen. Auch diese müssten künftig mit demselben Schutzniveau wie Flughäfen ausgestattet werden. In Sachsen bleibt nach dem Vorfall am Airport Leipzig/Halle die Unsicherheit groß – und die Debatte über den Schutz vor hybriden Bedrohungen hat eine neue Dringlichkeit gewonnen.
Quellen: Welt Online, Der Tagesspiegel, FAZ Online, ntv – Nachrichten, MDR – Nachrichten