Am 30. Juli erreichten mehr als 70.000 Migranten die spanische Exklave Ceuta, hauptsächlich über den Tarajal-Damm und die Küstenlinie von Marokko. Der plötzliche Zustrom überforderte die Infrastruktur der kleinen Stadt, die für eine solche Krise nicht gerüstet war. Laut offiziellen Angaben haben inzwischen fast alle Migranten das Gebiet wieder verlassen – die meisten kehrten nach Marokko zurück.
Unter den Rückkehrern herrscht Enttäuschung. Berichte aus Marokko schildern verzweifelte Männer, die barfuß und hungrig nach ihrer Flucht nach Ceuta zurückkehren. Viele fühlen sich betrogen, nachdem ihre Hoffnung auf ein besseres Leben in Europa zerschlagen wurde. Einige geben jegliche Pläne für eine Europa-Migration auf, während andere bereits den nächsten Versuch planen.
Die Behörden in Ceuta haben inzwischen eine Vermisstenstelle eingerichtet, um Angehörigen bei der Suche nach verschollenen Migranten zu helfen. Der Vorfall wirft erneut Fragen auf über die Rolle Marokkos als Transitland und über die langfristigen Folgen der kolonial geprägten Grenzkonfigurationen in der Region. Ceuta und Melilla, beides spanische Enklaven auf marokkanischem Territorium, bleiben Brennpunkte der Migrationsdebatte.
Quellen: Africanews EN, AllAfrica – North Africa, Spiegel Online