Vergewaltigungen durch RSF: Frauen aus El-Obeid berichten von Grauen

Im Flüchtlingslager von El-Obeid in der Region Nordkordofan haben vertriebene Frauen schockierende Berichte über sexuelle Gewalt durch Angehörige der Rapid Support Forces (RSF) veröffentlicht. Wie Augenzeugen gegenüber afrikanischen Medien berichteten, wurden mehrere Frauen bei Übergriffen vor den Augen ihrer Kinder vergewaltigt, bevor sie unter Lebensgefahr fliehen konnten. Die Frauen befinden sich nun in einem provisorischen Lager außerhalb der Stadt, wo sie medizinische und psychosoziale Unterstützung erhalten – doch die Angst vor weiteren Angriffen bleibt groß.

Solche Berichte sind kein Einzelfall. Seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2023 haben Menschenrechtsorganisationen wiederholt auf systematische sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe hingewiesen. Die RSF wird dabei regelmäßig beschuldigt, gezielt Frauen und Mädchen in von ihnen kontrollierten oder angegriffenen Gebieten zu terrorisieren. Die aktuellen Aussagen aus El-Obeid unterstreichen erneut, dass diese Praxis weiterhin fortgesetzt wird – trotz internationaler Appelle und dokumentierter Beweise.

Die Lage in El-Obeid ist besonders prekär: Die Stadt liegt in einer strategisch wichtigen Region und wurde bereits mehrfach Ziel intensiver Kämpfe zwischen der sudanesischen Armee (SAF) und den RSF. Durch die Zerstörung von Krankenhäusern, Schulen und Wasserversorgung fehlt es vor Ort an grundlegender Infrastruktur. Hilfsorganisationen warnen, dass die Zahl der nicht gemeldeten Fälle sexueller Gewalt deutlich höher liegen könnte, da viele Frauen aus Scham oder Angst vor Stigmatisierung schweigen.

Menschenrechtsgruppen fordern nun eine unabhängige Untersuchung sowie Schutzmaßnahmen für verletzliche Gruppen. Gleichzeitig mahnen sie die internationale Gemeinschaft, Druck auf alle Konfliktparteien auszuüben, um solche Verbrechen zu beenden und Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Quellen: Africanews EN, AllAfrica – East Africa