UN warnt vor tödlichen Drohnenangriffen: Hauptursache für Zivilistensterben im Sudan

Die Vereinten Nationen haben erneut auf die dramatische Verschärfung der Gewalt gegen Zivilisten im anhaltenden Sudan-Konflikt hingewiesen. Drohnenangriffe seien inzwischen zur Hauptursache für zivile Todesfälle geworden – allein in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 seien etwa 80 Prozent der zivilen Opfer durch solche Luftangriffe ums Leben gekommen. Der Konflikt zwischen den Streitkräften des Sudan (SAF) und der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) hat sich seit April 2023 zu einem brutalen, flächendeckenden Krieg entwickelt, der bis heute mindestens 59.000 Todesopfer gefordert hat, wie Daten der Organisation Armed Conflict Location & Event Data (ACLED) belegen.

Die zunehmende Abhängigkeit von Drohnentechnologie durch beide Konfliktparteien hat die Art der Kampfführung entscheidend verändert. Im Gegensatz zu traditionellen Luftangriffen ermöglichen Drohnen gezielte Angriffe auch in städtischen Gebieten, doch die Präzision bleibt fragwürdig. Zivilist*innen in dicht besiedelten Vierteln von Khartum, Nyala und El-Obeid berichten von nächtlichen Explosionen und plötzlichen Angriffen ohne Vorwarnung. Die UN betonen, dass viele dieser Einsätze offenbar in Wohngebieten erfolgen, was schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht bedeuten könnte.

Experten warnen vor einer weiteren Eskalation, da beide Seiten Zugang zu moderner Drohnentechnik aus regionalen und internationalen Quellen erhalten. Die internationale Gemeinschaft bleibt bisher weitgehend untätig. Humanitären Organisationen wird der Zugang zu vielen Krisengebieten verweigert, während die Zahl der Binnenvertriebenen weiter steigt. Die UN fordern dringend eine unabhängige Untersuchung der Drohnenangriffe und einen sofortigen Waffenstillstand, um zivile Leben zu schützen.

Quellen: France 24 – Africa, The Africa Report