In einem Naturpark in Brandenburg ist ein bedeutender Naturschutzfund gelungen: Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris), die in der Region jahrzehntelang als verschwunden galt, wurde erneut nachgewiesen. Wissenschaftler konnten die Tiere mithilfe von Duftködern – sogenannten Duftstäbchen – an bestimmte Standorte locken und ihre Spuren eindeutig identifizieren. Die Art ist streng geschützt und gilt als Indikator für intakte, strukturreiche Wälder.
Die Nachweise erfolgten im Rahmen eines langfristigen Monitorings, das auf eine mögliche Rückkehr der Wildkatze in brandenburgische Lebensräume abzielt. Experten vermuten, dass sich die Tiere aus benachbarten Bundesländern oder aus grenznahen Regionen Polens langsam zurück in Brandenburg ausbreiten. Die Wiederansiedlung ist jedoch komplex – geeignete Biotope, genügend Deckung und eine geringe Störung durch den Menschen sind entscheidende Faktoren für den dauerhaften Erhalt der Population.
Der aktuelle Fund wird als Hoffnungssignal für die Biodiversität in Brandenburg gewertet. Umweltschutzverbände und Forstbehörden planen nun, die Lebensräume weiter zu vernetzen und mögliche Gefahren wie Verkehr oder illegale Jagd zu minimieren. Die Europäische Wildkatze unterscheidet sich optisch von der Hauskatze durch einen buschigeren Schwanz mit deutlichen Ringen und eine kräftigere Statur. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, mögliche Sichtungen zu melden, aber die Tiere in Ruhe zu lassen.
Quellen: Der Tagesspiegel