Ein Planschbecken vor dem Theater: Die Berliner Volksbühne hat mit einer ungewöhnlichen Aktion Aufmerksamkeit erregt. Auf Anordnung des neuen Intendanten Matthias Lilienthal wurde vor dem Haupteingang am Rosa-Luxemburg-Platz ein temporäres Freibad errichtet – das sogenannte „Volksbad“. Das Projekt sei gleichzeitig Performance, politischer Protest und Angebot an die Bevölkerung, erklärte Lilienthal gegenüber Journalisten.
Das „Volksbad“ steht allen Interessierten kostenlos offen und soll auf die prekäre Lage öffentlicher Bäder in der Stadt hinweisen. Viele kommunale Schwimmbäder stehen vor Sanierungsstau oder drohen wegen Personalmangel zu schließen. Mit der Installation wolle man „die Absurdität“ thematisieren, dass kulturelle Institutionen selbst Ersatzinfrastruktur schaffen müssten, so Lilienthal. „Wenn der Staat nicht handelt, müssen wir eben selbst planschen.“
Die Reaktionen sind gemischt. Während viele Besucher das Bad nutzen und die künstlerische Intervention begrüßen, kritisieren Politiker und Verwaltungsbeamte die Aktion als symbolträchtig, aber wenig praktisch. Dennoch zeigt die Maßnahme Wirkung: Sie lenkt den Fokus erneut auf das Thema mangelnder Investitionen in städtische Freizeiteinrichtungen – und macht dabei auch optisch deutlich, was fehlt: funktionierende öffentliche Bäder für alle.
Quellen: Der Tagesspiegel, ZDF Heute – Nachrichten