Die Allianz der Sahelstaaten (AES), ein Bündnis aus Mali, Burkina Faso und Niger, hat die jüngsten Äußerungen des nigerianischen Präsidenten Bola Tinubu zur regionalen Sicherheitslage scharf kritisiert. Wie aus diplomatischen Kreisen verlautete, wurde der nigerianische Chargé d’Affaires zu einer Erklärung nach Ouagadougou zitiert, der Hauptstadt Burkina Fasos.
Die Kritik richtet sich gegen Aussagen Tinubus, die von den AES als Einmischung in innere Angelegenheiten und als herablassend gegenüber den Mitgliedstaaten wahrgenommen wurden. Die betroffenen Länder betonten in einer gemeinsamen Erklärung, dass sie souveräne Entscheidungsträger in Sicherheitsfragen seien und keine externalen Bewertungen akzeptierten, die das Vertrauen unter Nachbarn untergraben könnten.
Die AES, die im Jahr 2024 als Reaktion auf die wachsende Instabilität und den Rückzug westlicher Einflussnahme gegründet wurde, sieht sich als unabhängiger Akteur in der regionalen Sicherheitsarchitektur. Die Zitierung des Diplomaten gilt als ungewöhnlich deutlicher diplomatischer Schritt, der die Spannungen zwischen Westafrikas größter Volkswirtschaft und den innerhalb der ECOWAS kritisierten Militärregierungen verdeutlicht.
Nigeria, traditionell ein zentraler Akteur in der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), hatte in der Vergangenheit oft eine führende Rolle bei Friedensmissionen und politischen Vermittlungen übernommen. Die aktuelle Reaktion der AES könnte jedoch auf eine tiefere Spaltung in der regionalen Diplomatie hinweisen, insbesondere angesichts unterschiedlicher Ansichten zur Bekämpfung von Terrorismus und politischer Stabilität.
Quellen: Premium Times Nigeria