Am kommenden Sonntag wird Südafrika den 60. Jahrestag des Women’s March von 1956 feiern, einem Meilenstein im Kampf gegen die Apartheid. Damals marschierten mehr als 20.000 Frauen aller ethnischer Hintergründe zum Union Buildings in Pretoria, um gegen die erzwungenen Passgesetze zu protestieren, die schwarze Südafrikanerinnen zur Registrierung ihrer Bewegungen zwingen sollten.
Die Veranstaltung gilt als eines der größten friedlichen Proteste in der südafrikanischen Geschichte und wurde maßgeblich von Frauen wie Lilian Ngoyi, Helen Joseph und Sophia Williams-De Bruyn organisiert. Auch heute noch wird der 9. August als Nationaler Frauen-Tag begangen, um das Engagement und den Widerstand von Frauen gegen Unterdrückung zu würdigen.
Doch trotz der historischen Errungenschaften mahnen Frauenorganisationen, dass viele Ziele noch nicht erreicht sind. Gewalt gegen Frauen, strukturelle Ungleichheit und wirtschaftliche Benachteiligung bleiben in weiten Teilen des Landes alltäglich. Laut Berichten lokaler NGOs liegt die Mordrate an Frauen in Südafrika weiterhin auf erschreckend hohem Niveau, und viele ländliche Gemeinden kämpfen mit mangelndem Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung.
„Der Geist des Women’s March lebt weiter, aber die Freiheit, für die diese Frauen gekämpft haben, ist für viele noch nicht Realität“, sagte eine Sprecherin der südafrikanischen Frauenallianz in einer Erklärung. „Wir fordern mehr politischen Willen, um strukturelle Diskriminierung abzubauen und Frauen in Führungspositionen zu stärken.“
Die Regierung kündigte an, im Rahmen der Gedenkveranstaltungen neue Maßnahmen zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit vorzustellen, darunter Programme zur Stärkung weiblicher Unternehmerinnen und Ausweitung staatlicher Schutzmaßnahmen gegen häusliche Gewalt.
Quellen: Africanews EN