Ein ambitioniertes Energieprojekt könnte Algerien zum wichtigsten Lieferanten von Solarenergie für Europa machen. Das Vorhaben „Sila Atlantik“ zielt darauf ab, kostengünstigen Solarstrom aus der Sahara über ein rund 5000 Kilometer langes Seekabel nach Deutschland zu transportieren. Algerien, das über ausgedehnte Wüstengebiete mit hohem Sonneneinsatz verfügt, ist dabei ein zentraler Akteur bei der Erzeugung und möglichen Zwischenstationierung der Energie.
Die Technologie basiert auf gigantischen Photovoltaik-Anlagen in der algerischen Sahara, wo die Sonne das ganze Jahr über intensiv scheint. Der erzeugte Strom soll über ein unterseeisches Hochspannungskabel durch das Mittelmeer und entlang der atlantischen Küste nach Nordwesteuropa geleitet werden. Experten sehen in dem Projekt eine Chance, sowohl die Energiesicherheit Deutschlands zu stärken als auch die Klimaziele durch erneuerbare Importe zu erreichen.
Für Algerien bietet sich eine strategische Gelegenheit, seine Energieexporte zu diversifizieren. Bisher ist das Land vor allem als Erdgaslieferant für Europa bekannt. Mit „Sila Atlantik“ könnte es sich als Vorreiter im Bereich grüner Wasserstoff- und Solarstromexporte positionieren. Allerdings gibt es noch offene Fragen zur Finanzierung, technischen Umsetzbarkeit und politischen Koordination zwischen den beteiligten Ländern.
Die deutsche Bundesregierung und mehrere europäische Energiekonzerne unterstützen das Projekt in der Planungsphase. Sollte es Realität werden, könnte bereits in zehn Jahren der erste Wüstenstrom aus Algerien in deutschen Haushalten genutzt werden.
Quellen: FAZ Online