Der jüngste Drohnen-Vorfall am Leipziger Flughafen hat eine landesweite Debatte über Sicherheitslücken ausgelöst. Bundesinnenminister Dobrindt kündigte daraufhin an, die Drohnenabwehrkapazitäten der Bundespolizei massiv auszubauen. Neue Abwehreinheiten sollen künftig auch an sächsischen Infrastrukturknoten stationiert werden, um zivile Einrichtungen besser zu schützen.
Hintergrund ist ein Vorfall, bei dem eine bewaffnete Drohne in den Luftraum des Flughafens eindrang und erst nach mehreren Versuchen abgeschossen werden konnte. Obwohl niemand verletzt wurde, warnt die Sicherheitsbehörde vor einer neuen Bedrohungsdimension. Oberst Markus Reisner, ehemaliger NATO-Chefstratege, sieht in dem Anschlagsversuch klare Indizien für eine hybride Einflussnahme aus dem Ausland: „Es gibt Akteure, die die ganz große Eskalation wollen. Moskau könnte Deutschland eine klare Warnung senden wollen.“
Die ehemalige NATO-Strategin Stefanie Babst betonte, dass solche Vorfälle nicht isoliert betrachtet werden dürften. „Man muss diesen Drohnen-Zwischenfall in Leipzig in einem Gesamtkontext sehen“, forderte sie eine engere Zusammenarbeit mit EU- und NATO-Partnern, um sich auf zunehmende hybride Bedrohungen vorzubereiten. Der Vorfall wirft auch Fragen über die technische Ausrüstung der Bundespolizei auf, die bislang nur über begrenzte Mittel zur Drohnenabwehr verfügt.
Quellen: heise online, Welt Online, ntv – Nachrichten