Monrovia – Die Liberian Drug Enforcement Agency (LDEA) steht erneut im Zentrum eines politischen Skandals. Präsident Joseph Boakai hat am Montag den leitenden Offizier der Behörde aufgrund von ethischen Bedenken vorläufig suspendiert. Dies teilte das Präsidialamt mit, ohne Details zu den konkreten Vorwürfen zu nennen. Anstelle einer neuen zivilen Leitung übernahm Boakais militärischer Berater die provisorische Kontrolle über die LDEA.
Die jüngste Suspendierung ist bereits der dritte Führungsdesaster innerhalb der LDEA seit Boakais Amtsübernahme vor 31 Monaten – und jedes Mal betraf es einen von Boakai selbst ernannten Beamten. Kritiker werfen dem Präsidenten mangelnde Personalentscheidungen und fehlende Aufsicht vor. Die wiederholten Skandale untergraben das Vertrauen in die staatliche Bekämpfung des Drogenhandels, einem sensiblen Thema in einer Region mit wachsender Drogenkriminalität.
Die LDEA wurde ursprünglich eingerichtet, um den Drogenhandel im Land effektiv zu bekämpfen. Doch anstatt als Symbol für Rechtsstaatlichkeit zu fungieren, hat sich die Behörde zunehmend zu einem politischen Ärgernis entwickelt. Oppositionsparteien fordern nun eine unabhängige Untersuchung aller Ernennungen und Entscheidungen innerhalb der Agentur. Gleichzeitig warnen Regierungsreformer vor weiterem Imageverlust, wenn strukturelle Reformen nicht rasch eingeleitet werden.
Quellen: AllAfrica – Latest, AllAfrica – West Africa