Liberia: Fortschritte bei Regionalbudgets, aber Zielkonflikte bleiben

Monrovia – Liberia macht Fortschritte bei der dezentralen Budgetierung: Nach einer Analyse des Think Tanks Naymote Partners for Democratic Development wurden im Jahr 2025 in 11 Countys durchschnittlich 93 Prozent der verfügbaren Mittel für entwicklungspolitisch relevante Projekte bereitgestellt. Diese Zahl gilt als Beleg für die wachsende Priorisierung lokaler Entwicklung durch regionale Behörden.

Doch trotz der hohen Zuweisung gibt es gravierende Diskrepanzen bei der Ausrichtung der Projekte. Lediglich 44 Prozent der finanzierten Maßnahmen entsprechen vollständig den festgelegten Zielen des jeweiligen County Development Agenda (CDA). Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte der investierten Mittel zwar für Entwicklung verwendet werden, jedoch nicht strategisch auf lokale Entwicklungsziele ausgerichtet sind – ein Hinweis auf mangelnde Koordination oder politische Einflussnahme.

Die Studie warnt, dass diese Inkonsistenz langfristige Entwicklungsziele gefährden könnte. Ohne klare Abstimmung zwischen Budgetallokation und CDA-Prioritäten bestehe die Gefahr, dass Ressourcen ineffizient genutzt oder für kurzfristige politische Zwecke instrumentalisiert werden. Naymote empfiehlt daher verstärkte Schulungen für lokale Planungsteams, transparentere Budgetverfahren und regelmäßige Audits zur Überprüfung der Zielbindung öffentlicher Mittel.

Quellen: AllAfrica – West Africa, AllAfrica – Business