Die Vorbereitungen auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern geraten zunehmend in die Kritik. Ein für die Wahlkampfphase angekündigtes TV-Duell bei RTL und ntv, an dem ausschließlich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm teilnehmen, hat bei kleineren Parteien Empörung ausgelöst. CDU und Linke wurden von der Teilnahme ausgeschlossen und werfen den Sendern sowie der amtierenden Landesregierung nun parteiische Wahlkampfhilfe vor.
Die Entscheidung, nur ein Duell zwischen den beiden umfragesstärksten Kontrahenten zu zeigen, sei zwar medial nachvollziehbar, untergrabe aber die Chancengleichheit im Wahlkampf, so Kritiker. Besonders die CDU beklagt, dass sie trotz stabiler Umfragewerte und historisch starker Positionen im Land von der wichtigsten medialen Bühne ausgeschlossen werde. Auch die Linke sieht sich diskriminiert und spricht von einer Instrumentalisierung öffentlich-rechtlicher Medien zugunsten der amtierenden Regierungschefin.
Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob durch die Einladungspolitik der Sender indirekt Druck auf andere Parteien ausgeübt wird. Beobachter vermuten, dass die SPD mit dem Fokus auf die AfD die Kontur eines „Schutzschildes gegen Rechts“ schärfen will. Gleichzeitig könnte die mediale Isolierung der AfD durch ein Duell mit der Regierungschefin deren Normalisierung fördern. Medienexperten warnen vor einer Polarisierung der Berichterstattung, die kleineren Parteien kaum Raum lässt.
Die beteiligten Sender rechtfertigen ihr Format mit der hohen Zuschauerrelevanz von Direktduellen zwischen den Hauptakteuren. Eine breitere Runde sei für einen späteren Zeitpunkt geplant. Dennoch bleibt die Debatte über fairen Zugang zur Öffentlichkeit virulent – besonders in einem Bundesland, in dem die AfD seit Jahren starken Zulauf verzeichnet und die politische Landschaft tief gespalten ist.
Quellen: T-Online Nachrichten, Der Tagesspiegel, FAZ Online