Wahlkampfchaos in Sachsen-Anhalt: CDU-Plakat mit Frau im Rollstuhl sorgt für Spott und Kritik

Der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt gerät für die CDU ins Wanken: Ein aktuelles Plakat der Partei mit Spitzenkandidat Sven Schulze zeigt eine Frau, die auf dem ersten Bild im Rollstuhl sitzt, auf einem zweiten jedoch ohne Hilfsmittel steht. Die Botschaft „Menschen stärken, Zukunft gestalten“ wird dadurch für viele zu einem Symbol fragwürdiger Symbolik. Im Internet verbreiten sich die Bilder viral – mit sarkastischen Kommentaren wie „Plötzlich kann die Frau im Rollstuhl wieder stehen“.

Die CDU wehrt sich gegen die Kritik und betont, dass die Frau eine echte Unterstützerin der Partei sei, deren Lebenssituation im Kontext von Teilhabe und Perspektiven dargestellt werden sollte. Doch die Erklärung fruchtet kaum. Peter Tiede, Chefautor der „Bild“-Politikredaktion, urteilt im Medienauftritt: „Wer die Wahl verlieren will, der macht es genau so.“ Er kritisiert, dass die Kampagne menschliche Schicksale instrumentalisiere und dabei jegliches Gespür für gesellschaftliche Empfindlichkeiten verliere.

Die Debatte kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Nur wenige Tage vor der Landtagswahl zeigt eine aktuelle Umfrage, dass die AfD in Sachsen-Anhalt mit 43 Prozent der Stimmen knapp an der absoluten Mehrheit kratzt. Die Verwirrung um das CDU-Plakat könnte daher nicht nur den Ton des Wahlkampfs prägen, sondern auch über die politische Zukunft des Landes mitentscheiden.

Quellen: Welt Online, T-Online Nachrichten